Investitionskredit oder Bankdarlehen? Warum die richtige Wahl entscheidend ist

Wer sein Unternehmen weiterentwickeln möchte, kommt an einem Thema kaum vorbei: Finanzierung.
Und da stellen sich viele Gründer, Selbstständige oder Mittelständler irgendwann die Frage:
Investitionskredit – oder doch lieber ein normales Bankdarlehen?

Beides klingt ähnlich. Aber wer genauer hinschaut, merkt schnell: Hier geht es um zwei unterschiedliche Wege mit unterschiedlichen Konsequenzen – sowohl finanziell als auch strategisch.


Was steckt hinter einem klassischen Bankdarlehen?

Ein „normales“ Bankdarlehen ist meistens nicht zweckgebunden. Das heißt: Die Bank gibt euch Geld, ihr zahlt es mit Zinsen zurück – und was ihr damit macht, liegt in eurer Verantwortung.
Das ist praktisch, wenn ihr flexibel bleiben wollt. Zum Beispiel, um offene Rechnungen zu begleichen, kleinere Anschaffungen zu tätigen oder auf kurzfristige Chancen zu reagieren.
Aber genau das ist auch der Haken: Diese Darlehen sind oft teurer, weil die Bank das Risiko schwerer einschätzen kann. Es gibt keine Sicherheiten wie bei einem Investitionskredit, bei dem z. B. eine Maschine als Pfand dienen kann.


Der Investitionskredit – zielgerichtet, günstiger, langfristiger

Ein Investitionskredit ist dagegen immer zweckgebunden. Ihr bekommt ihn nur, wenn ihr der Bank genau erklärt, wofür das Geld eingesetzt wird – und diese Investition nachvollziehbar ist.

Das klingt erstmal bürokratischer, bringt aber gleich mehrere Vorteile mit sich:
📌 Die Zinssätze sind oft deutlich niedriger.
📌 Die Laufzeiten sind angepasst an die Lebensdauer des Investitionsguts.
📌 Förderprogramme (z. B. über KfW) lassen sich einfacher integrieren.

Kurz gesagt: Der Investitionskredit ist das passende Werkzeug, wenn ihr längerfristige Vermögenswerte schaffen wollt – also z. B. eine Halle baut, Maschinen anschafft oder digitale Infrastruktur ausrollt.


Die Entscheidung sollte zur Investition passen

Stellt euch vor, ihr wollt eure Produktion modernisieren und plant dafür neue Geräte für 100.000 €. Natürlich könntet ihr auch ein freies Darlehen aufnehmen – aber warum mehr Zinsen zahlen, wenn ein Investitionskredit mit Förderung über die KfW oder eure Landesbank möglich ist?
Andersherum: Wenn ihr gerade eine Flaute überbrücken müsst, weil ein großer Kunde zu spät zahlt, bringt euch ein Investitionskredit herzlich wenig. Hier ist ein klassisches Betriebsmitteldarlehen oder ein flexibler Kreditrahmen viel besser.


Fördermöglichkeiten nicht vergessen 💡

Was viele gar nicht wissen: Investitionskredite lassen sich oft mit Zuschüssen oder Sonderkonditionen kombinieren. Und genau da liegt der große Hebel.

Ob Digitalförderung, Energieeffizienzprogramme oder regionale Initiativen – wer sich informiert, kann seine Investitionskosten massiv senken. Und das Beste: In vielen Fällen zählen auch Eigenleistungen, gebrauchte Maschinen oder Leasingvarianten zur förderfähigen Investition dazu.

Ein freies Bankdarlehen bietet diese Möglichkeiten nur selten.


Der richtige Kredit spart mehr als nur Zinsen

Die Entscheidung für den passenden Kredittyp ist mehr als nur eine Formsache. Sie beeinflusst euer Zinsniveau, eure Liquidität, eure Förderfähigkeit – und am Ende auch den Erfolg eurer Investition.

Mein Tipp:
Lasst euch nicht vom „schnellen Kredit“ blenden. Wer in etwas Dauerhaftes investiert, sollte sich auch eine passende, nachhaltige Finanzierung holen. Und wer flexibel bleiben muss, darf sich nicht durch Förderauflagen einschränken.

Das eine ist nicht besser als das andere – aber es muss zum Vorhaben passen.

🛠️ Investitionskredit = für Werte, die bleiben
🔁 Bankdarlehen = für Ausgaben, die fließen

Wenn ihr’s richtig kombiniert, kommt ihr stabil durch – auch bei größeren Vorhaben.

Bis bald, Euer Oleg


 

Was ist eigentlich ein Betriebsmittelkredit – und wo liegt der Unterschied zum Investitionskredit?

Viele, die sich zum ersten Mal mit Kredite für Unternehmer beschäftigen, stolpern irgendwann über den Begriff „Betriebsmittelkredit“. Klingt erstmal ähnlich wie ein Investitionskredit – ist es aber nicht. Und das kann in der Praxis ein gewaltiger Unterschied sein.

Ich möchte heute erklären, worum es bei einem Betriebsmittelkredit wirklich geht, wie er sich vom Investitionskredit unterscheidet – und wann welcher sinnvoll ist.


Der Zweck entscheidet alles

Ein Investitionskredit ist dafür da, Werte zu schaffen. Also Maschinen, Fahrzeuge, Software, Einrichtung oder auch ein Firmengebäude. All das sind Dinge, die ihr lange nutzen könnt und die langfristig zum Unternehmenserfolg beitragen.
Ein Betriebsmittelkredit hingegen ist viel kurzfristiger gedacht. Er dient dazu, laufende Kosten zu decken: Materialeinkauf, Löhne, Pacht, Werbung, Steuerzahlungen, Zwischenfinanzierung von Aufträgen. Also alles, was nicht bleibt – sondern durchläuft.

Das heißt: Der Investitionskredit schafft Substanz. Der Betriebsmittelkredit sichert Liquidität.


Wenn das Geld im Umlauf ist – aber nicht zurückkommt

In der Praxis erlebe ich oft Situationen, in denen Unternehmer zwar volle Auftragsbücher haben, aber trotzdem mit dem Rücken zur Wand stehen. Warum? Weil der Kunde erst in 60 Tagen zahlt, aber der Lieferant heute das Material sehen will.
Genau da greift ein Betriebsmittelkredit. Er ist wie ein Puffer, ein Überbrücker. Er hilft euch durch die Phasen, in denen das Geld zwar unterwegs ist, aber eben noch nicht da.

Klar, man kann auch mit Eigenmitteln arbeiten – aber gerade in Wachstumsphasen oder bei Engpässen braucht man manchmal einfach eine Zwischenlösung.


Unterschiede bei der Beantragung

Was vielen nicht bewusst ist: Auch die Kreditprüfung läuft anders. Bei Investitionskrediten schaut die Bank oft auf das Anlagegut. Das ist greifbar, hat einen Wiederverkaufswert, kann im Zweifel sogar als Sicherheit dienen.
Beim Betriebsmittelkredit sieht das anders aus. Da zählt eure Bonität, eure aktuelle Liquiditätsplanung, eure Kundenstruktur. Die Bank will wissen, ob ihr wirklich in der Lage seid, kurzfristige Mittel sinnvoll einzusetzen – und vor allem auch zurückzuzahlen.

Deshalb ist eine gute BWA, eine klare Aufstellung eurer Außenstände und Verbindlichkeiten und eine ehrliche Einschätzung der Liquiditätsentwicklung wichtig.


Typische Laufzeiten – und worauf ihr achten solltet

Ein Betriebsmittelkredit läuft oft nur sechs Monate oder ein Jahr. Er ist darauf ausgelegt, sich schnell wieder auszugleichen. Manche Unternehmen nutzen dafür auch Kontokorrentlinien – also flexible Kreditrahmen auf dem Geschäftskonto.
Aber Achtung: Diese Flexibilität hat oft ihren Preis. Die Zinsen sind deutlich höher als bei langfristigen Investitionskrediten. Und wer den Betriebsmittelkredit „vergisst“ und ihn jahrelang mitschleppt, tappt schnell in eine Schuldenfalle.

Meine Empfehlung: Nutzt Betriebsmittelkredite wirklich nur temporär. Und baut sie ab, sobald das Geld aus dem Umsatz da ist.


Fazit: Zwei Kredite – zwei Welten

Auch wenn beides unter „Unternehmensfinanzierung“ fällt – ein Investitionskredit ist eine andere Hausnummer als ein Betriebsmittelkredit. Der eine schafft neue Werte, der andere schützt euch vor dem Kippen im Alltag.
Wenn ihr investiert, plant langfristig. Wenn ihr Liquidität sichern müsst, handelt vorausschauend – und nutzt die richtigen Instrumente.

Am Ende geht es wie immer darum, den Überblick zu behalten. Und die Finanzierung so zu gestalten, dass sie euch nicht nur heute hilft – sondern euch auch morgen nicht einholt.

 

Die Zinswende: Was steigende Zinsen für Investitionskredite bedeuten

Seit Jahren war es so einfach wie selten zuvor: Geld gab’s günstig, Zinsen waren niedrig, und viele Unternehmer haben die Chance genutzt, ihren Betrieb durch Investitionen nach vorne zu bringen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Zinswende ist da – und sie betrifft uns alle.
Die Frage, die ich mir und euch stelle: Was heißt das jetzt konkret für Investitionskredite?


Die goldenen Jahre sind vorbei

Ich erinnere mich noch gut an die Gespräche mit meiner Bankberaterin vor zwei, drei Jahren. Sie sagte damals sinngemäß: „Wenn Sie investieren wollen – dann jetzt. Günstiger wird’s nicht.“
Und sie hatte recht. Kredite mit 1 oder 1,5 % Zins – das war für viele Betriebe ein No-Brainer.

Heute? Da sieht die Sache ganz anders aus. Die Zinsen liegen teilweise bei über 5 %. Nicht dramatisch, wenn man es historisch betrachtet – aber für die heutige Wirtschaft ein echter Dämpfer.


Teurere Kredite = weniger Investitionen?

Man könnte meinen: Dann lassen es die Unternehmen halt. Wenn der Kredit teurer wird, wird eben nicht investiert. Aber so einfach ist es nicht.
Manche Investitionen sind schlicht notwendig. Digitalisierung, neue Maschinen, Energieeffizienzmaßnahmen – all das kann man nicht ewig aufschieben. Aber man schaut eben genauer hin. Rechnet anders. Priorisiert strenger.

Und genau da wird es interessant: Wer gut plant, vergleicht und Förderungen nutzt, kann auch in Zeiten höherer Zinsen clever investieren.


Zinsen sind nicht alles

Was ich immer wieder betone – auch mir selbst: Der Zinssatz ist nur eine Komponente. Ja, er wirkt sich auf die monatliche Rate aus, und ja, er beeinflusst die Gesamtkosten. Aber er ist nicht der alleinige Entscheidungsfaktor.
Viel wichtiger ist die Frage: Was bringt mir die Investition unterm Strich? Schafft sie mehr Effizienz, mehr Umsatz, mehr Unabhängigkeit? Dann lohnt sie sich womöglich trotzdem – auch mit einem höheren Zinssatz.

Ich habe neulich mit einem Unternehmer gesprochen, der trotz 5,3 % Zinsen in neue CNC-Technik investiert hat. Warum? Weil er damit zwei Aufträge gleichzeitig abwickeln kann, statt nacheinander. Das rechnet sich.


Was tun in der Zinswende?

Was ich gerade vielen empfehle: Jetzt nicht in Schockstarre verfallen, sondern mit offenen Augen durch die Finanzierungslandschaft gehen.

Es gibt immer noch Förderprogramme mit vergünstigten Zinsen, Bürgschaften, Sonderkonditionen. Es gibt auch Banken, die bereit sind, bei guter Vorbereitung mit sich reden zu lassen. Aber eben nicht mehr zum Nulltarif.
Und manchmal hilft ein bisschen Kreativität: Vielleicht lässt sich eine Investition auch teilweise leasen, vielleicht hilft ein Teil-Eigenkapital aus Rücklagen, um den Kreditbedarf zu senken. Oder es ergibt sich eine Kombination mit einem Zuschuss, die das Ganze wieder ins Lot bringt.


Fazit – Investieren mit Verstand, nicht aus Gewohnheit

Die Zinswende ist kein Weltuntergang. Aber sie ist ein Weckruf. Wer heute investieren will, muss sauber kalkulieren, die Finanzierung durchdenken und sich gut vorbereiten. Einfach „mal machen“ wie vor ein paar Jahren – das ist vorbei.

Aber vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht. Denn durchdachte Investitionen waren schon immer die besseren.

 

Investitionskredite mit Fördermitteln kombinieren – so geht’s richtig

Einen Kredit aufnehmen – klar.
Aber warum nicht gleichzeitig Zuschüsse oder Fördermittel sichern, wenn sie schon angeboten werden?
Viele Unternehmer wissen gar nicht, dass sich Investitionskredite und Fördermittel gut kombinieren lassen – und lassen so bares Geld liegen.

In diesem Artikel erfahrt ihr:
✅ Welche Arten von Fördermitteln ihr mit einem Kredit kombinieren könnt,
✅ Wie ihr Schritt für Schritt vorgeht,
✅ Welche Fallstricke ihr unbedingt vermeiden solltet.


1. Warum Kredit + Fördermittel eine starke Kombi sind

📌 Die meisten Investitionen lassen sich nicht allein durch Zuschüsse finanzieren.

Aber wenn ihr einen Kredit aufnehmt, um z. B. Maschinen, Digitalisierung oder Energieeffizienzmaßnahmen zu finanzieren, dann gibt’s häufig Fördermittel, die euren Kapitalbedarf verringern oder eure Konditionen verbessern.

💡 Das Ergebnis:

  • Weniger Rückzahlungsdruck
  • Günstigere Zinsen
  • Stärkere Eigenkapitalquote
  • Zusätzlicher Motivationseffekt („Kosten gesenkt!“)

2. Welche Fördermittel kann man mit einem Investitionskredit kombinieren?

Hier ein Überblick über typische Kombinationen:


Zuschüsse (nicht rückzahlbar)

🔹 Für Digitalisierung, Energieeffizienz, Innovation, Beratung
🔹 Decken meist 10–50 % der förderfähigen Investition
🔹 Beispiel: Digitalbonus Bayern, BAFA-Beratung, go-digital

💡 Können den Eigenkapitalanteil ersetzen oder senken → geringerer Kreditbedarf


Förderkredite mit Sonderkonditionen

🔹 KfW, LfA Bayern, NRW.BANK, IB.SH usw.
🔹 Zinsverbilligte Kredite, tilgungsfreie Anlaufjahre, lange Laufzeiten
🔹 Teilweise mit Haftungsfreistellung

💡 Kombinierbar mit Hausbankkrediten oder Zuschüssen – je nach Programm


Bürgschaften (Sicherheit ersetzen)

🔹 Bürgschaftsbanken oder Landesbürgschaften
🔹 Wenn keine klassischen Sicherheiten vorhanden sind
🔹 Kombinierbar mit KfW-Krediten oder Hausbankfinanzierungen


Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG)

🔹 Steuerlicher Vorteil → mindert die Steuerlast VOR der Investition
🔹 Kann mit Kredit + Zuschuss kombiniert werden

💡 Besonders attraktiv für kleine Unternehmen & Selbstständige


3. Beispiel: Wie sieht eine typische Kombination aus?

👷 Beispiel – ein Malerbetrieb will investieren:

  • Neue Maschinen & Software: 50.000 €
  • Eigenkapital: 5.000 €
  • → Beantragung:
    • 15.000 € Zuschuss aus Digitalbonus
    • 30.000 € KfW-Kredit (ERP-Förderkredit)
    • 5.000 € Eigenanteil

💡 Ergebnis:

  • Kreditbedarf reduziert
  • Tilgung besser planbar
  • Steuervorteile durch Investitionsabzugsbetrag möglich

4. Wie geht man am besten vor?

🛠 Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Investition definieren & durchplanen
    → Was genau wollt ihr kaufen / umbauen / digitalisieren?
  2. Fördermöglichkeiten recherchieren
    → KfW, Bundesland, EU, BAFA, go-digital, Zuschüsse etc.
  3. Kombinationsregeln prüfen
    → Nicht jede Förderung ist mit jeder anderen kombinierbar
  4. Hausbank einbinden
    → Viele Förderprogramme laufen über die Hausbank
  5. Anträge rechtzeitig stellen (vor Projektstart!)
    → Zuschüsse und Förderkredite sind meist nur im Vorfeld möglich
  6. Investition umsetzen und Belege sammeln
    → Wichtig für spätere Nachweise
  7. Fördermittel abrufen & Kredit bedienen

5. Häufige Fehler – und wie ihr sie vermeidet

🚫 1. Erst investieren, dann beantragen
→ Zuschüsse und Förderprogramme sind dann meist nicht mehr möglich

🚫 2. Programme falsch kombinieren
→ Manche lassen sich nicht miteinander koppeln – vorher prüfen!

🚫 3. Förderhöhe falsch kalkuliert
→ Brutto/Netto? Was ist förderfähig? Immer genau lesen oder beraten lassen

🚫 4. Keine Rücksprache mit der Bank
→ Die Hausbank muss bei vielen Programmen mit ins Boot geholt werden

🚫 5. Schlechte Unterlagen / fehlende Nachweise
→ Das kann zur Rückzahlung führen – also sauber dokumentieren


6. Wo findet ihr die passenden Programme?

🔍 Gute Anlaufstellen:

  • www.foerderdatenbank.de
  • Websites der KfW, BAFA, Bürgschaftsbanken
  • Landesförderinstitute (z. B. NRW.BANK, L-Bank BW, Sächsische Aufbaubank etc.)
  • IHK, HWK, Steuerberater
  • Unternehmensberater mit Schwerpunkt Finanzierung

💡 Tipp: Viele dieser Stellen bieten kostenlose Fördermittelberatungen an!


Fördermittel & Kredit kombinieren – eine Chance, die ihr nutzen solltet

📌 Investitionen müssen nicht allein auf euren Schultern lasten. Wer clever kombiniert, spart bares Geld und schafft sich Luft für Wachstum und Innovation.

✅ Das Wichtigste auf einen Blick: ✔ Zuschüsse senken euren Kapitalbedarf
✔ Förderkredite entlasten eure Liquidität
✔ Bürgschaften ersetzen fehlende Sicherheiten
✔ Steuerliche Instrumente wie der IAB ergänzen die Finanzierung
✔ Frühzeitig planen, sauber beantragen, mit der Bank abstimmen

💬 Habt ihr schon mal einen Kredit mit Zuschuss kombiniert? Oder seid ihr unsicher, was zusammenpasst? Schreibt’s mir gern in die Kommentare – ich helfe euch gern weiter.

 

Investitionskredite und Sicherheiten: Was tun, wenn man (noch) keine hat?

Die Bank fragt:
„Welche Sicherheiten können Sie für den Kredit stellen?“

Und ihr denkt euch:
„Äh… gute Frage.“

Gerade Gründer, kleine Betriebe oder Solo-Selbstständige stehen oft vor diesem Problem: Die Geschäftsidee ist gut, die Planung steht – aber es fehlt an klassischen Sicherheiten wie Immobilien, Maschinen oder Rücklagen.

Doch keine Panik.
In diesem Artikel erfahrt ihr:
✅ Warum Banken überhaupt Sicherheiten wollen,
✅ Welche Alternativen ihr habt, wenn euch genau diese fehlen,
✅ Und wie ihr trotzdem zu eurem Investitionskredit kommt.


1. Warum verlangen Banken Sicherheiten?

📌 Ganz einfach: Weil sie ihr Risiko absichern wollen.
Ein Kredit ist immer mit dem Risiko verbunden, dass er nicht zurückgezahlt wird.

Sicherheiten geben der Bank ein „Backup“ – also etwas, das sie verwerten kann, wenn es schiefläuft.

Typische Sicherheiten:

  • Grundschulden (Immobilien)
  • Maschinen oder Fahrzeuge (Sicherungsübereignung)
  • Lebensversicherungen
  • Forderungen (z. B. aus Rechnungen)
  • Bürgschaften

💡 Je höher das Risiko, desto mehr Sicherheiten werden verlangt.


2. Was tun, wenn keine klassischen Sicherheiten vorhanden sind?

👉 Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen – und vor allem Fördermöglichkeiten, die genau auf dieses Problem ausgelegt sind.


✅ 1. Bürgschaftsbank einschalten

📌 Bürgschaftsbanken sind öffentliche Institute, die für euch eine Ausfallbürgschaft übernehmen.

🔹 Die Bank bekommt also eine Sicherheit – ohne dass ihr selbst eine Immobilie stellen müsst.
🔹 Bis zu 80 % Bürgschaftsquote möglich
🔹 Ideal für Gründer und KMU ohne Sicherheiten

💡 In jedem Bundesland gibt es eine eigene Bürgschaftsbank – einfach mal „Bürgschaftsbank + Bundesland“ googeln.


✅ 2. KfW-Förderkredit mit Haftungsfreistellung

📌 Viele KfW-Kredite (z. B. ERP-Gründerkredit, KfW-Unternehmerkredit) beinhalten Haftungsfreistellungen bis zu 80 %.

Das bedeutet:

  • Die Hausbank muss nur noch 20 % des Risikos tragen
  • Weniger Druck auf Sicherheiten
  • Bessere Bewilligungschancen

💡 Wichtig: KfW-Kredite müssen vor Beginn der Investition beantragt werden – immer rechtzeitig dran denken!


✅ 3. Kombination mit Eigenmitteln oder Zuschüssen

Auch ohne Sicherheiten könnt ihr Vertrauen aufbauen, wenn ihr z. B.:

  • Eigenkapital in die Investition einbringt (z. B. 10–20 %)
  • Einen staatlichen Zuschuss nutzt (z. B. Digitalbonus)
  • Einen Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG) schon gebildet habt

📌 Je mehr Skin in the Game ihr zeigt, desto eher lässt sich die Bank auf ein „Ja“ ein.


✅ 4. Privatbürgschaft (mit Vorsicht!)

Wenn Freunde oder Familie bereit sind, für euch zu bürgen, kann das die Sicherheit sein, die der Bank fehlt.

ABER:

  • Vermeidet Streit: Nur mit klarer vertraglicher Regelung
  • Wer bürgt, haftet persönlich
  • Nur sinnvoll, wenn keine andere Lösung möglich ist

✅ 5. Leasing statt Kredit

📌 Wenn ihr z. B. ein Auto, Maschinen oder Technik anschaffen wollt, könnt ihr statt kaufen auch leasen.

🔹 Vorteil:

  • Oft keine oder nur geringe Sicherheiten nötig
  • Bonitätsprüfung meist weniger streng
  • Leasingobjekt selbst dient als „Sicherheit“

💡 Besonders in der Anfangsphase eine gute Option, um liquide zu bleiben.


3. Was kann zusätzlich Vertrauen schaffen – auch ohne Sicherheiten?

Manchmal überzeugt ihr nicht durch Vermögen, sondern durch Professionalität und Vorbereitung.

✅ Dazu zählen:

  • Detaillierter Businessplan
  • Realistische Umsatz- & Liquiditätsplanung
  • Nachvollziehbarer Investitionsplan
  • Rückzahlungsstrategie mit Puffer
  • Solide EÜR oder BWA (selbst wenn klein)

💡 Banken vergeben Kredite nicht nur auf Basis von Zahlen – sondern auch auf Basis von Eindruck und Vertrauen.


4. Häufige Fehler bei fehlenden Sicherheiten – und wie ihr sie vermeidet

🚫 1. Einfach keine Sicherheiten angeben
→ Macht keinen guten Eindruck – besser: proaktiv Alternativen vorschlagen

🚫 2. Aufzugeben, wenn die erste Bank „Nein“ sagt
→ Andere Banken, Förderprogramme oder Plattformen haben andere Kriterien

🚫 3. Private Sicherheiten „verstecken“
→ Wenn ihr z. B. Rücklagen habt, nennt sie – auch wenn sie nicht formell verpfändet werden

🚫 4. Alle Sicherheiten gleich auf den Tisch legen
→ Strategisch vorgehen – nicht gleich das ganze Privatvermögen anbieten

🚫 5. Antrag ohne Beratung stellen
→ Kammern, Bürgschaftsbanken, Förderstellen helfen oft kostenlos


Keine Sicherheiten – trotzdem finanzieren? Ja, mit Strategie!

📌 Sicherheiten sind wichtig – aber nicht alles. Wer keine Immobilie oder Maschinen hat, muss nicht auf den Investitionskredit verzichten.

✅ Die wichtigsten Wege: ✔ Bürgschaftsbank als Partner einschalten
✔ KfW-Kredite mit Haftungsfreistellung nutzen
✔ Mit Businessplan & Konzept Vertrauen schaffen
✔ Eigenkapital oder Zuschüsse als Signal einsetzen
✔ Leasing oder Beteiligung als Alternativen prüfen

💬 Seid ihr aktuell auf der Suche nach einem Kredit, aber habt keine klassischen Sicherheiten? Oder habt ihr schon mal eine Bürgschaftslösung genutzt? Schreibt’s mir gern in die Kommentare – ich unterstütze euch mit Tipps!

 

Investitionskredite bei schlechter Bonität – welche Optionen habt ihr?

Ein guter Businessplan, ein kluges Investitionsvorhaben – und trotzdem sagt die Bank:
„Leider reicht Ihre Bonität nicht aus.“

Das kann ganz schön frustrierend sein – und es trifft mehr Selbstständige und Unternehmen, als man denkt.

Aber: Schlechte Bonität heißt nicht automatisch das Aus für euer Investitionsvorhaben. Es gibt Wege, damit umzugehen – und sogar Chancen, das Ruder rumzureißen.

In diesem Artikel erfahrt ihr:
✅ Was Bonität genau bedeutet und wie sie bewertet wird,
✅ Warum es auch bei gutem Business scheitern kann,
✅ Welche Finanzierungsalternativen bei schlechter Bonität möglich sind,
✅ Und wie ihr eure Kreditwürdigkeit wieder verbessern könnt.


1. Was bedeutet „schlechte Bonität“?

📌 Die Bonität beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft eines Unternehmens oder einer Person, finanzielle Verpflichtungen pünktlich und vollständig zu erfüllen.

Eine „schlechte“ Bonität liegt dann vor, wenn:

  • Schufa-Einträge bestehen
  • Zahlungsausfälle oder Rückstände in der Vergangenheit aufgetreten sind
  • Das Eigenkapital sehr gering ist
  • Die Bilanz hohe Verluste oder Verbindlichkeiten zeigt
  • Das Geschäftsmodell als riskant eingestuft wird
  • Einnahmen stark schwanken (z. B. bei Selbstständigen)

💡 Viele Banken arbeiten mit internen Ratingsystemen – wenn man da unter ein gewisses Niveau fällt, heißt es: „Abgelehnt.“


2. Was sind typische Gründe für eine Kreditablehnung?

🔍 Selbst wenn euer Investitionsvorhaben gut durchdacht ist, lehnen Banken Kreditanträge ab, wenn z. B.:

  • ❌ Negativer Schufa-Eintrag vorhanden ist
  • ❌ In der Vergangenheit Kredite nicht bedient wurden
  • ❌ Das Unternehmen Verluste schreibt
  • ❌ Kein Eigenkapital vorhanden ist
  • ❌ Keine Sicherheiten geboten werden können
  • ❌ Die Branche als instabil gilt (z. B. Gastro, Event, Einzelhandel)

📌 Wichtig: Oft ist es nicht das Projekt selbst, sondern euer bisheriges Zahlungsverhalten oder die wirtschaftliche Gesamtlage, das den Ausschlag gibt.


3. Welche Möglichkeiten habt ihr trotzdem?

Auch mit eingeschränkter Bonität gibt es Wege zur Finanzierung. Manchmal mit höheren Zinsen, aber: Besser ein fairer Kredit als gar kein Start.

✅ 1. Bürgschaftsbanken nutzen

→ Bürgschaftsbanken übernehmen bis zu 80 % des Kreditrisikos für euch
→ Besonders für kleine Unternehmen und Gründer geeignet
→ Eure Bank kann dadurch doch noch „Ja“ sagen

💡 In jedem Bundesland gibt’s eine eigene Bürgschaftsbank – einfach mal „Bürgschaftsbank + Bundesland“ googeln.


✅ 2. KfW- oder Förderkredite mit Haftungsfreistellung

→ KfW-StartGeld oder ERP-Gründerkredit haben staatliche Absicherung
→ Weniger Sicherheiten nötig
→ Hausbanken tragen geringeres Risiko → eher bereit, mitzumachen

💡 Die Antragstellung läuft über eure Hausbank – fragt gezielt nach Förderprogrammen mit Haftungsfreistellung.


✅ 3. Private Mikrokredite / Kreditplattformen

→ Plattformen wie auxmoney, kapilendo, funding circle bieten Kredite an, auch wenn Banken ablehnen
→ Investoren entscheiden – oft lockerer als klassische Banken
→ Kredite zwischen 1.000 und 50.000 € möglich

💡 Achtung: Zinsen liegen oft höher (6–15 %), aber keine Schufa ist kein automatischer Ausschluss!


✅ 4. Leasing statt Kredit

→ Bei Fahrzeugen, Maschinen oder Technik könnt ihr auch leasen statt kaufen
→ Leasinggeber prüfen anders – oft zählt das Objekt als Sicherheit
→ Ihr bleibt flexibel und schont euer Eigenkapital


✅ 5. Beteiligungskapital statt Kredit

→ Ihr holt euch Investoren (z. B. Business Angels oder MBGs), die euch Kapital zur Verfügung stellen
→ Kein klassischer Kredit – ihr gebt Anteile oder Gewinnbeteiligung ab
→ Bonität ist zweitrangig, das Geschäftsmodell zählt mehr


✅ 6. Familie, Freunde, stille Beteiligungen

→ Nicht ideal, aber manchmal rettet’s das Projekt
→ Wichtig: Immer mit klaren Verträgen und Rückzahlungsplänen arbeiten


4. So könnt ihr eure Bonität verbessern (mittel- und langfristig)

Manchmal lohnt es sich, ein halbes Jahr in die Verbesserung eurer Bonität zu investieren – und dann gestärkt nochmal anzutreten.

🧾 Maßnahmen:

  • ✅ Schulden abbauen oder umschulden
  • ✅ Schufa-Einträge löschen lassen (nach Ablauffristen!)
  • ✅ Gewinnsituation verbessern (z. B. durch saubere Buchhaltung)
  • ✅ Eigenkapital erhöhen (z. B. durch Rücklagenbildung)
  • ✅ BWA & EÜR professionell aufbereiten
  • ✅ Offene Posten konsequent einziehen
  • ✅ Bei Hausbank aktiv nach Feedback fragen

💡 Jede Bank bewertet euch neu – wenn ihr zeigen könnt, dass ihr in den letzten Monaten aufgeräumt habt, steigt eure Chance deutlich.


5. Was ihr bei „Plan B“-Finanzierungen beachten solltet

✅ Achtet trotz höherem Risiko auf faire Vertragsbedingungen
✅ Keine Knebelverträge, keine unklaren Gebühren
✅ Nur so viel aufnehmen, wie ihr realistisch stemmen könnt
✅ Rückzahlungspläne schriftlich festhalten
✅ Notfallplan erstellen, falls Raten nicht bedient werden können


Schlechte Bonität ist kein K.o. – aber ein Warnsignal

📌 Eine schwache Bonität ist nicht das Ende eures Investitionsvorhabens – aber sie zwingt euch zu mehr Planung, Klarheit und (oft) Kreativität.

✅ Das Wichtigste: ✔ Nutzt Bürgschaften, Förderkredite und Leasing als Alternativen
✔ Prüft Kreditplattformen, aber bleibt wachsam bei Konditionen
✔ Holt euch Feedback zur eigenen Bonität
✔ Arbeitet gezielt an eurer finanziellen Stabilität
✔ Bereitet eure Unterlagen sauber & professionell auf

💬 Habt ihr schon mal einen Kredit trotz schlechter Bonität bekommen? Oder seid ihr gerade dabei, euch wieder „bankfähig“ zu machen? Schreibt mir eure Erfahrungen – ich freue mich auf den Austausch!

Bis bald,