Die Eigenkapitalquote ist so ein Begriff, den viele Unternehmer schon mal gehört haben – aber nicht alle wissen: Sie entscheidet mit darüber, ob ihr einen Investitionskredit bekommt.
Oder ob es heißt: „Tut uns leid, Ihr Eigenkapital ist zu niedrig.“
In diesem Artikel erfahrt ihr:
✅ Was genau die Eigenkapitalquote ist (und warum Banken sie so ernst nehmen),
✅ Wie ihr eure Eigenkapitalquote verbessert – auch ohne direkt Tausende Euro einzuschießen,
✅ Und welche Rolle sie bei der Kreditvergabe wirklich spielt.
1. Was ist die Eigenkapitalquote?
📌 Die Eigenkapitalquote zeigt, wie stark euer Unternehmen aus eigener Kraft finanziert ist – also wie viel „Haut ihr selbst im Spiel habt“.
Formel:
👉 Eigenkapital / Gesamtkapital × 100
Beispiel:
- Eigenkapital: 50.000 €
- Fremdkapital (z. B. Kredite): 150.000 €
- Gesamtkapital: 200.000 €
→ Eigenkapitalquote = 25 %
💡 Tipp: Je höher die Quote, desto stabiler wirkt euer Unternehmen – und desto mehr Vertrauen habt ihr bei Banken.
2. Warum ist die Eigenkapitalquote für Investitionskredite so wichtig?
📌 Für die Bank ist sie ein zentraler Indikator für euer finanzielles Risiko.
✅ Hohe Eigenkapitalquote heißt:
✔ Ihr könnt Verluste besser auffangen
✔ Ihr seid weniger abhängig von Fremdkapital
✔ Ihr habt „skin in the game“ – also selbst investiert
❌ Niedrige Eigenkapitalquote heißt für die Bank:
✘ Höheres Ausfallrisiko
✘ Geringerer Spielraum bei Krisen
✘ Höhere Wahrscheinlichkeit für Zahlungsausfälle
💬 Banklogik:
„Wenn ihr selbst kaum Eigenmittel einbringt – warum sollten wir dann das ganze Risiko tragen?“
3. Welche Eigenkapitalquote gilt als „gut“?
Unternehmensgröße | Ideale Quote |
---|---|
Kleinunternehmen | > 20 % |
Mittelständisches Unternehmen | > 25–30 % |
Start-ups (mit Risiko) | mind. 10–15 % |
Kapitalintensive Branchen | > 35 % |
💡 Aber wichtig: Die Branche spielt eine Rolle. Ein IT-Dienstleister kann mit 15 % noch okay dastehen – ein Bauunternehmen mit Maschinenpark braucht mehr.
4. Wie könnt ihr eure Eigenkapitalquote verbessern?
Auch wenn’s auf den ersten Blick nicht so einfach klingt – es gibt viele praktische Hebel:
✅ 1. Gewinne einbehalten statt ausschütten
→ Ein Klassiker: Wenn ihr am Jahresende Gewinne nicht komplett entnehmt, bleibt mehr im Unternehmen = mehr Eigenkapital
💡 Tipp: Auch kleinere Gewinnvorträge verbessern langfristig eure Quote
✅ 2. Private Mittel als Eigenkapital einbringen
→ Gerade bei Einzelunternehmen oder UGs ist eine private Einlage oft sinnvoll – z. B. als Nachschuss oder Einlage auf das Gesellschafterkonto
✅ 3. Beteiligungskapital nutzen
→ Beteiligungsgesellschaften oder Business Angels bringen Eigenkapital ins Unternehmen – ohne klassischen Kredit
💡 Vorteil: Ihr bekommt Kapital, verbessert die Eigenkapitalquote und erhöht eure Kreditwürdigkeit
✅ 4. Sachwerte aktivieren
→ Maschinen, Software oder Fahrzeuge, die euch gehören, aber nicht in der Bilanz stehen, können ggf. aktiviert werden – je nach steuerlicher Situation
💡 Mit eurem Steuerberater abstimmen!
✅ 5. Schulden abbauen (Fremdkapital senken)
→ Auch das verbessert die Quote, weil das Gesamtkapital gleich bleibt, aber der Fremdanteil sinkt
💡 Tipp: Umschuldung, Sondertilgung oder Leasing statt Kredit können helfen
✅ 6. Zuschüsse clever einsetzen
→ Öffentliche Zuschüsse (z. B. Digitalisierungs- oder Innovationsförderung) gelten nicht als Fremdkapital, sondern erhöhen direkt das Eigenkapital
5. Wie wirkt sich eine bessere Eigenkapitalquote konkret aus?
🎯 Bessere Kreditkonditionen
→ Niedrigere Zinssätze, längere Laufzeiten, höhere Kreditbeträge
🎯 Mehr Spielraum bei Sicherheiten
→ Weniger Notwendigkeit für private Bürgschaften oder Immobilien
🎯 Höhere Chancen bei Förderprogrammen
→ Viele Förderbanken erwarten eine solide Eigenkapitalbasis
🎯 Besseres Rating bei der Bank
→ Banken bewerten euer Unternehmen systematisch – ein Pluspunkt bei der Eigenkapitalquote verbessert euer internes Rating
6. Häufige Irrtümer zur Eigenkapitalquote – und wie ihr sie vermeidet
🚫 1. „Ich brauche kein Eigenkapital, ich will ja einen Kredit.“
→ Falsch – ohne Eigenkapital kriegt ihr oft keinen oder nur teuren Kredit
🚫 2. „Ich packe einfach alles ins Privatvermögen.“
→ Nett gemeint, aber: Nur Kapital IM Unternehmen zählt – nicht euer Auto oder euer Ferienhaus
🚫 3. „Ich kann später ja noch was nachschießen, wenn die Bank fragt.“
→ Das ist zu spät – Bonität wird VOR Kreditvergabe bewertet
🚫 4. „Ich hab doch gute Ideen – das reicht.“
→ Ideen sind super, aber die Bank finanziert keine Träume – sondern Zahlen
7. Fazit: Die Eigenkapitalquote entscheidet oft über „Ja“ oder „Nein“
📌 Wer solide Eigenmittel mitbringt, hat bei Investitionskrediten die deutlich besseren Karten.
✅ Was ihr mitnehmen solltet:
✔ Ab 20–30 % Quote seid ihr auf der sicheren Seite
✔ Gewinne nicht ausschütten, sondern stehen lassen
✔ Beteiligungskapital & Zuschüsse stärken eure Bilanz
✔ Auch Umschuldung oder Aktivierung kann helfen
💡 Tipp: Eure Eigenkapitalquote ist ein strategisches Steuerungstool – kümmert euch aktiv drum, nicht erst beim Kreditgespräch!
💬 Wie sieht’s bei euch aus – habt ihr eure Eigenkapitalquote im Blick? Oder sucht ihr noch Wege, sie zu verbessern? Schreibt’s mir in die Kommentare – ich helfe gerne weiter!