Viele Unternehmer haben ein gutes Projekt, eine konkrete Investition im Blick – und stehen dann plötzlich vor einem anderen Problem:
„Welche Unterlagen braucht die Bank eigentlich für meinen Investitionskredit?“
Ich kann euch aus Erfahrung sagen: Wer hier gut vorbereitet ist, spart Zeit, Nerven – und erhöht seine Erfolgschancen massiv.
In diesem Artikel zeige ich euch:
✅ Welche Unterlagen für Investitionskredite wirklich nötig sind,
✅ Wie ihr euch optimal vorbereitet,
✅ Welche Unterschiede es zwischen Gründern, Selbstständigen und etablierten Unternehmen gibt.
1. Warum ist die Vorbereitung so wichtig?
📌 Die Bank oder Förderstelle prüft bei der Kreditvergabe vor allem drei Dinge:
- Wofür braucht ihr das Geld?
- Könnt ihr es zuverlässig zurückzahlen?
- Wie groß ist das Risiko für die Bank?
Je vollständiger, klarer und nachvollziehbarer eure Unterlagen sind, desto schneller bekommt ihr eine Entscheidung – und im besten Fall auch günstigere Konditionen.
💡 Tipp: Wer vorbereitet auftritt, wirkt professionell und glaubwürdig – das wird von Banken honoriert.
2. Die wichtigsten Unterlagen im Überblick
Hier kommt die große Checkliste, die ihr je nach Unternehmensphase (Gründung oder etabliert) durchgehen solltet:
✅ 1. Investitionsbeschreibung / Kapitalverwendungsplan
🔹 Was genau wollt ihr anschaffen?
🔹 Wie hoch sind die Kosten?
🔹 Gibt es Angebote oder Kostenvoranschläge?
🔹 Welche Effekte erwartet ihr durch die Investition (z. B. mehr Umsatz, Einsparungen, Wachstum)?
💡 Das ist das Herzstück eures Antrags – hier entscheidet sich, ob die Investition nachvollziehbar und sinnvoll erscheint.
✅ 2. Jahresabschlüsse / BWA / Einnahmen-Überschuss-Rechnung
Für bestehende Unternehmen:
🔹 Letzte zwei bis drei Jahresabschlüsse (Bilanz + GuV)
🔹 Aktuelle BWA (max. 3 Monate alt)
🔹 Bei Kleinunternehmern: EÜR + Umsatzsteuererklärungen
💡 Die Bank will sehen, wie euer Unternehmen wirtschaftlich dasteht – das ist der „Finanz-TÜV“.
✅ 3. Liquiditäts- und Rentabilitätsvorschau
🔹 Einnahmen & Ausgaben für die nächsten 1–3 Jahre
🔹 Monatliche Übersicht (mind. 12 Monate)
🔹 Begründungen für eure Annahmen (z. B. neue Kunden, Preisanpassungen, Effizienzgewinne)
💡 Zeigt der Bank, dass ihr nicht nur zurückzahlen wollt, sondern auch realistisch könnt.
✅ 4. Businessplan (bei Gründern oder größeren Vorhaben)
🔹 Beschreibung der Geschäftsidee
🔹 Marktanalyse & Zielgruppe
🔹 Marketing & Vertrieb
🔹 Personalplanung
🔹 SWOT-Analyse
🔹 Rechtsform, Standort, Zeitplan
🔹 Finanzplanung: Kapitalbedarf, Umsatzprognose, Kostenstruktur
💡 Auch für bestehende Unternehmen kann ein Mini-Businessplan sinnvoll sein – z. B. bei neuen Geschäftsbereichen oder großen Investitionen.
✅ 5. Übersicht über bestehende Kredite & Verpflichtungen
🔹 Welche Kredite laufen bereits?
🔹 Welche Leasingverträge bestehen?
🔹 Gibt es Bürgschaften, Ratenkäufe oder Darlehen?
💡 Wichtig für die Bank, um eure gesamte Verschuldung und Rückzahlungsfähigkeit einzuschätzen.
✅ 6. Persönliche Unterlagen (v. a. bei Einzelunternehmern und Gründern)
🔹 Personalausweiskopie
🔹 Aktuelle Schufa-Selbstauskunft
🔹 Steuerbescheide (letzte 2–3 Jahre)
🔹 Vermögensübersicht (Immobilien, Rücklagen, Beteiligungen etc.)
🔹 Lebenslauf der Gründer / Geschäftsführer
💡 Ja, auch private Unterlagen spielen oft eine Rolle – besonders bei fehlenden Sicherheiten oder jungen Unternehmen.
✅ 7. Sicherheitenübersicht (wenn vorhanden)
🔹 Welche Sicherheiten könnt ihr anbieten? (Immobilien, Maschinen, Bürgschaften etc.)
🔹 Aktuelle Bewertungen / Gutachten
🔹 Angaben zu Belastungen / Eigentumsverhältnissen
💡 Tipp: Auch geplante Bürgschaften durch Bürgschaftsbanken hier aufführen!
✅ 8. Nachweise zu Zuschüssen oder anderen Fördermitteln (falls vorhanden)
🔹 Bewilligungsbescheide
🔹 Antragskopien
🔹 Kombinationsnachweise (z. B. bei KfW + Landesförderung)
💡 Damit die Bank weiß: Ihr habt bereits zusätzliche Mittel organisiert – das senkt ihr Risiko.
3. Unterschiede je nach Unternehmensphase
Unternehmensstatus | Besondere Anforderungen |
---|---|
Gründer:innen | Detaillierter Businessplan, Lebenslauf, Zuschusspläne |
Einzelunternehmen | EÜR statt Bilanz, private Bonität besonders wichtig |
GmbH / UG | Bilanz & GuV, Geschäftsführer-Bürgschaft oft erwartet |
Schnellkredit (z. B. über Plattform) | Meist reduzierte Unterlagen, aber algorithmische Prüfung |
4. Fehler bei der Kreditvorbereitung – und wie ihr sie vermeidet
🚫 1. Unvollständige Unterlagen
→ Führt zu Rückfragen, Verzögerungen, Vertrauensverlust
🚫 2. Veraltete BWA oder Schätzwerte statt echter Zahlen
→ Die Bank will aktuelle Fakten – nicht Wunschdenken
🚫 3. Keine Begründung für Investitionshöhe
→ „Warum genau 150.000 €?“ → Angebote & Rechnungen beilegen!
🚫 4. Zu optimistische Planungen
→ Realistische Zahlen überzeugen mehr als Wunschumsätze
🚫 5. Zu wenig Struktur
→ Chaos in den Unterlagen wirkt unprofessionell → am besten: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, klare Gliederung
5. Fazit: Gute Unterlagen = bessere Chancen auf den Kredit
📌 Wenn ihr euren Investitionskredit sauber vorbereitet, macht ihr es der Bank leichter – und euch erfolgreicher.
✅ Das Wichtigste zum Mitnehmen:
✔ Investitionsvorhaben klar beschreiben
✔ Finanzzahlen aktuell und nachvollziehbar aufbereiten
✔ Persönliche & geschäftliche Bonität dokumentieren
✔ Businessplan oder Planungsunterlagen bereitstellen
✔ Sicherheiten und Fördermittel ergänzen
✔ Alles gut sortieren und vollständig übergeben
💡 Tipp: Ein guter Eindruck bei der Bank beginnt nicht beim Gespräch – sondern beim ersten Blick in eure Unterlagen.
💬 Frage an euch: Welche Erfahrungen habt ihr mit der Kreditvorbereitung gemacht? Oder wollt ihr wissen, ob eure Unterlagen vollständig sind? Schreibt’s mir gern in die Kommentare – ich helfe euch weiter!