Investitionskredite: Was tun, wenn die Bank „Nein“ sagt? – Alternativen und nächste Schritte

Ihr habt euch gut vorbereitet, eure Unterlagen eingereicht, euer Investitionsvorhaben sauber präsentiert – und dann das: Die Bank lehnt euren Kreditantrag ab.

Frust, Enttäuschung, vielleicht sogar Wut.
Aber: Das war noch nicht das Ende – sondern nur ein Umweg.
Denn es gibt viele Gründe, warum Banken ein „Nein“ aussprechen – und genauso viele Wege, trotzdem an eine Finanzierung zu kommen.

In diesem Artikel erfahrt ihr:
✅ Warum Kreditanträge abgelehnt werden,
✅ Was ihr nach einer Absage konkret tun könnt,
✅ Welche Alternativen zur klassischen Bankfinanzierung euch offenstehen.


1. Mögliche Gründe für eine Kreditablehnung

📌 Banken sagen nicht einfach „nein“, um euch zu ärgern – sie haben konkrete Bewertungskriterien.

🔍 Häufige Gründe:

  • Zu wenig Eigenkapital
  • Schwache Bonität (Unternehmen oder privat)
  • Kein tragfähiger Businessplan
  • Fehlende Sicherheiten
  • Projekt nicht überzeugend erklärt
  • Branche gilt als risikoreich
  • Lückenhafte Unterlagen oder veraltete Zahlen

💡 Tipp: Fragt bei der Bank nach einer genauen Begründung – ihr habt ein Recht darauf. Nur so könnt ihr gezielt nachbessern.


2. Erste Hilfe: Was ihr direkt nach einer Absage tun solltet

✅ 1. Ruhig bleiben und analysieren

→ Kein Schnellschuss, keine Panik.

✅ 2. Feedback einholen

→ Fragt konkret nach: „Was waren die Hauptgründe für die Ablehnung?“

✅ 3. Lücken schließen

→ Aktualisiert eure Unterlagen, ergänzt Zahlen, verbessert euer Konzept.

✅ 4. Zweitmeinung einholen

→ Holt euch Unterstützung von:

  • Steuerberater
  • Fördermittelberater
  • Gründungscoach (z. B. IHK oder Handwerkskammer)

💡 Tipp: Manchmal reicht schon eine kleine Anpassung im Finanzplan, um das nächste Mal grünes Licht zu bekommen.


3. Alternativen zur klassischen Bankfinanzierung

Falls eure Hausbank „Nein“ sagt – hier sind andere Wege, an Kapital zu kommen:


🟢 1. Förderkredite mit Haftungsfreistellung (z. B. KfW)

  • KfW-StartGeld oder ERP-Gründerkredit bieten bis zu 80 % Haftungsfreistellung
  • Das senkt das Risiko für die Hausbank
  • Oft bessere Chancen auf Bewilligung

💡 Tipp: Förderkredite immer vor Projektstart beantragen – und gemeinsam mit einem Finanzberater planen.


🟢 2. Bürgschaftsbank einschalten

  • Falls Sicherheiten fehlen, übernimmt die Bürgschaftsbank (z. B. Bürgschaftsbank NRW, Bayern, etc.) einen Großteil des Risikos
  • Ihr erhöht dadurch eure Chancen auf einen Kredit

🔹 Möglich für: Investitionen, Gründungen, Betriebsmittel
🔹 Bürgschaftsquote: meist 50–80 %

💡 Tipp: Antrag oft gemeinsam mit eurer Hausbank möglich – oder direkt über das Bürgschaftsportal eures Bundeslands.


🟢 3. Mikrokreditprogramme (besonders für kleine Unternehmen und Gründer)

  • Kreditvolumen: meist 5.000–25.000 €
  • Wenig Bürokratie, oft ohne Sicherheiten
  • Anbieter: Mikrokreditfonds Deutschland, Landesprogramme, private Initiativen

🟢 4. Leasing statt Kredit

  • Statt Maschine oder Fahrzeug zu kaufen → einfach leasen
  • Kein Eigenkapital nötig, keine klassische Kreditprüfung
  • Besonders geeignet für mobile Investitionen oder Technik

🟢 5. Beteiligungskapital (z. B. MBG, Business Angels)

  • Kapitalgeber steigen als stille Gesellschafter ein
  • Ihr bekommt Geld ohne Kreditaufnahme
  • Dafür gebt ihr Anteile oder Gewinnbeteiligung ab

💡 Tipp: In fast jedem Bundesland gibt es Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG), die euch helfen können.


🟢 6. Crowdinvesting & Online-Plattformen

  • Investoren aus dem Internet finanzieren euer Projekt
  • Funktioniert besonders gut bei innovativen Ideen mit breitem Publikum
  • Plattformen wie Seedmatch, Funding Circle oder Kapilendo sind Beispiele

4. Bonität verbessern & später nochmal anfragen

Vielleicht war der Zeitpunkt einfach nicht ideal – dann gilt:
Bereitet euch gezielt vor und probiert es später erneut.

🔧 So verbessert ihr eure Chancen:

  • BWA aktualisieren
  • Gewinnentwicklung stabilisieren
  • Sicherheiten ausbauen (z. B. Bürgschaft, Mitunternehmer)
  • Businessplan optimieren
  • Eigenkapital stärken (z. B. durch Beteiligung oder Zuschüsse)

💡 Tipp: Viele Banken prüfen auch „Soft Skills“ – Auftreten, Klarheit, Fachkenntnis. Wer überzeugend auftritt, punktet zusätzlich.


5. Was ihr NICHT tun solltet

🚫 1. Direkt ins nächste Bankbüro rennen
→ Mehrere Anfragen auf einmal = negative Wirkung bei der Schufa

🚫 2. Schnell irgendeinen Kredit online abschließen
→ Teure Konditionen, Knebelverträge, fehlende Beratung

🚫 3. Frustriert aufgeben
→ Eine Absage ist keine persönliche Niederlage – sondern Teil des Prozesses

🚫 4. Ohne Plan weitermachen
→ Kein Kredit? Dann muss der Finanzierungsplan trotzdem stimmen – sonst droht später das Aus


6. Fazit: Eine Absage ist kein Ende – sondern eine neue Strategie

📌 Wenn eine Bank „Nein“ sagt, heißt das nicht, dass eure Idee schlecht ist – vielleicht war es einfach nicht die richtige Bank, nicht der richtige Zeitpunkt oder das Konzept nicht ganz rund.

✅ So geht ihr strategisch vor:
✔ Holt euch Feedback und verbessert euer Konzept
✔ Nutzt Alternativen: Förderkredite, Bürgschaften, Leasing, Beteiligungen
✔ Überprüft Bonität, Eigenkapital, Sicherheiten
✔ Bleibt dran – oft klappt es beim zweiten Anlauf

💡 Tipp: Seht die Absage als Chance, euer Vorhaben noch stabiler aufzustellen – und euch als Unternehmer weiterzuentwickeln.

💬 Habt ihr schon mal eine Kreditablehnung erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen? Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Fragen – schreibt’s in die Kommentare!

 

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