Investitionskredite: Wie ihr eure Rücklagen sinnvoll plant – trotz laufender Finanzierung

Ein Investitionskredit kann euer Unternehmen voranbringen – das ist klar. Doch viele vergessen dabei etwas Wichtiges: Auch während der Kreditlaufzeit braucht ihr finanzielle Rücklagen.

Denn was passiert, wenn unvorhergesehene Kosten auftauchen, ein Kunde nicht zahlt oder euer Umsatz vorübergehend einbricht? Ohne Puffer kann das selbst mit gutem Kreditkonzept schnell gefährlich werden.

In diesem Artikel zeige ich euch:
✅ Warum Rücklagen trotz Investitionskredit unverzichtbar sind,
✅ Wie ihr den richtigen Puffer berechnet,
✅ Welche Rücklagenarten sinnvoll sind – und wie ihr sie plant.


1. Warum Rücklagen trotz Finanzierung so wichtig sind

📌 Ein Kredit sichert die Investition – aber nicht eure Liquidität.

Ein häufiges Missverständnis:
„Ich hab doch einen Kredit – wozu noch Rücklagen?“

❌ Der Kredit deckt die Investition (z. B. Maschine, Fuhrpark, Halle),
✅ Die Rücklage sichert euren Betrieb in schwierigen Phasen.

Typische Fälle, in denen Rücklagen euch retten können:

  • Unerwartete Reparaturen oder Ersatzteile
  • Zahlungsverzug eines Großkunden
  • Nachzahlungen bei Steuern oder Versicherungen
  • Plötzliche Betriebsausfälle
  • Zinsanpassung bei variablen Krediten

💡 Tipp: Ohne Puffer müsstet ihr im Ernstfall einen teuren Überziehungskredit nutzen – oder sogar neue Schulden aufnehmen.


2. Wie hoch sollten eure Rücklagen sein?

Natürlich hängt das vom Unternehmen ab – aber hier eine Faustregel:

Liquiditätsreserve:

  • 3–6 Monatsraten eurer laufenden Kreditverpflichtungen
  • Zusätzlich: 1–2 Monate Fixkosten des Unternehmens

📌 Beispielrechnung:

  • Monatliche Kreditrate: 1.500 €
  • Fixkosten (Miete, Personal etc.): 10.000 €
    → Rücklagenziel: 4.500–9.000 € (Kredit) + 10.000–20.000 € (Betrieb)
    → Gesamt: ca. 15.000–30.000 € Rücklagenziel

💡 Tipp: Plant Rücklagen wie eine feste Ausgabe ein – am besten monatlich über ein separates Rücklagenkonto.


3. Arten von Rücklagen – welche braucht ihr?

📌 1. Liquiditätsrücklage (Notfallpuffer)
→ Schnell verfügbar für Engpässe
→ Am besten als Tagesgeld oder auf einem separaten Konto

📌 2. Instandhaltungsrücklage (für Maschinen & Anlagen)
→ Gerade bei kreditfinanzierten Anschaffungen wichtig
→ Wenn die Maschine ausfällt, braucht ihr sofort Geld für Reparatur oder Ersatz

📌 3. Rücklagen für variable Kreditkosten
→ Falls ihr Kredite mit variablen Zinssätzen habt, können eure Raten steigen
→ Rücklage für mögliche Zinssteigerung mit einplanen

📌 4. Rücklage für Steuerzahlungen & Nachforderungen
→ Besonders wichtig für wachstumsstarke Unternehmen
→ Unerwartete Nachzahlungen (USt, ESt, GewSt) können schnell in die Tausende gehen

💡 Tipp: Macht euch einen monatlichen „Rücklagenplan“, genau wie einen Investitionsplan.


4. Wie baut ihr Rücklagen auf – auch mit wenig Spielraum?

Viele sagen jetzt: „Klingt gut, aber wie soll ich Rücklagen aufbauen, wenn ich jeden Cent für Tilgung und laufende Kosten brauche?“

1. Mit kleinen Beträgen starten

  • Auch 100–300 € im Monat sind ein Anfang.
  • Besser regelmäßig klein zurücklegen, als gar nichts.

2. Extra-Gewinne sofort parken

  • Wenn ein Kunde schneller zahlt oder ihr einen größeren Auftrag abschließt → erstmal Rücklage stärken.

3. Nebenkosten realistisch kalkulieren

  • Viele Kreditnehmer unterschätzen Nebenkosten – was übrig bleibt, gehört in den Rücklagentopf.

4. Sonderzahlungen sinnvoll aufteilen

  • Wenn ihr eine Sonderzahlung oder einen Umsatzschub habt:
    👉 50 % zur Rückzahlung
    👉 30 % Rücklage
    👉 20 % Investition oder Bonus

💡 Tipp: Rücklagen sind keine „Reste“ – sie sind euer Sicherheitsnetz. Behandelt sie mit Priorität.


5. Fehler, die ihr bei Rücklagen unbedingt vermeiden solltet

🚫 1. Alles Geld in die Kreditrate stecken
→ Klingt löblich, aber: Wenn’s eng wird, habt ihr keine Reserven.

🚫 2. Rücklagen als „Spielgeld“ sehen
→ Die Versuchung ist groß, Rücklagen für neue Projekte zu nutzen.
Besser: Nur in echten Notfällen antasten.

🚫 3. Keine Rücklagen bei variablem Zins
→ Falls euer Zinssatz steigt, steigen auch die Raten – und euer Konto leert sich schneller, als euch lieb ist.

🚫 4. Rücklagen in illiquiden Anlagen binden
→ Rücklagen gehören nicht in Aktien, Fonds oder Immobilien – sie müssen schnell verfügbar sein.


6. Fazit: Rücklagen machen euren Investitionskredit erst sicher

📌 Ein Investitionskredit bringt euer Unternehmen nach vorne – aber nur Rücklagen sichern eure Handlungsfähigkeit im Alltag.

✅ So plant ihr Rücklagen richtig:
✔ Ziel: 3–6 Monatsraten + 1–2 Monatskosten als Puffer
✔ Monatlich feste Beträge zurücklegen
✔ Rücklagen nach Zweck trennen (Notfall, Instandhaltung, Steuer etc.)
✔ Rücklagen nicht antasten, außer in echten Krisen

💡 Tipp: Ein Kredit ohne Rücklagen ist wie Autofahren ohne Sicherheitsgurt – es geht gut, bis es das eine Mal kracht.

💬 Wie handhabt ihr das Thema Rücklagen? Habt ihr einen Notfallpuffer – oder müsstet ihr da mal ran? Schreibt’s mir in die Kommentare – ich bin gespannt!

 

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