So funktioniert die Abschreibung – und warum sie eure Steuerlast senkt

Ein Investitionskredit hilft euch beim Kauf von Maschinen, Fahrzeugen, Software oder Immobilien. Doch was viele unterschätzen: Eure Investitionen könnt ihr abschreiben – und so eure Steuerlast deutlich senken.

Aber wie funktioniert das eigentlich genau? Was darf man abschreiben? Und über welchen Zeitraum?

In diesem Artikel erkläre ich euch:
✅ Was Abschreibung bedeutet und wie sie funktioniert,
✅ Welche Investitionen abgeschrieben werden dürfen,
✅ Wie ihr mit Sonderabschreibungen zusätzlich Steuern spart.


1. Was ist Abschreibung überhaupt?

📌 Abschreibung bedeutet:
Ihr verteilt die Kosten einer Investition nicht auf einmal, sondern auf mehrere Jahre – entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer.

Beispiel:
Ihr kauft eine Maschine für 50.000 €.
Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle: 10 Jahre.
→ Jährlich dürft ihr 5.000 € als Betriebsausgabe abziehen.

🎯 Vorteil: Die Investition senkt euren steuerpflichtigen Gewinn – über viele Jahre hinweg.

💡 Tipp: Je höher eure Investitionen, desto mehr könnt ihr über Abschreibungen steuerlich geltend machen.


2. Welche Investitionen darf man abschreiben?

Abschreibungsfähig sind alle abnutzbaren Wirtschaftsgüter, die…
✔ mindestens 1 Jahr im Unternehmen bleiben,
✔ dauerhaft dem Betrieb dienen,
✔ einen bestimmten Mindestwert überschreiten.

Typische Beispiele:

InvestitionAbschreibungsdauer
Maschinen & Anlagen7–10 Jahre
Büroeinrichtung13 Jahre
Computer & Hardware1 Jahr (seit 2021)
Fahrzeuge (Firmenwagen)6 Jahre
Software (Kauf)3 Jahre
Immobilien (Gewerbe)bis zu 33 Jahre

Nicht abschreibbar: Verbrauchsmaterialien, Dienstleistungen, Werbung, Miete, Betriebskosten.

💡 Besonderheit: Anschaffungen unter 800 € netto (GWG) könnt ihr sofort abschreiben (mehr dazu gleich).


3. Welche Abschreibungsarten gibt es?

Lineare Abschreibung (Standardmodell)

  • Jedes Jahr gleich hoher Betrag
  • Einfach & steuerlich sicher
  • Beispiel: 5 Jahre Nutzungsdauer → 20 % pro Jahr

Degressive Abschreibung (wurde zeitweise erlaubt)

  • Höhere Abschreibung im 1. Jahr, dann fallend
  • Vorteilhaft bei schnell veraltenden Wirtschaftsgütern
  • Achtung: Nur bei bestimmten Förderprogrammen oder Sonderregelungen erlaubt

Sofortabschreibung für GWG (geringwertige Wirtschaftsgüter)

  • Anschaffungswert bis 800 € netto
  • Kann im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden
  • Ideal für: kleinere Geräte, Werkzeuge, Tablets, Zubehör etc.

💡 Tipp: Falls ihr viele GWG anschafft, könnt ihr auch den Sammelposten 250–1.000 € nutzen und über 5 Jahre verteilen.


4. Sonderabschreibung – zusätzlich 20 % sparen!

📌 Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich 20 % Sonderabschreibung geltend machen – neben der normalen AfA.

✅ Voraussetzungen:

  • Jahresumsatz unter 235 Mio. €
  • Anschaffung dient betrieblichen Zwecken
  • Wirtschaftsgut wird mindestens 1 Jahr genutzt
  • Investition erfolgt in den kommenden 3 Jahren

🎯 Beispiel:
Anlagevermögen: 50.000 €
→ 20 % Sonderabschreibung: 10.000 €
→ im 1. Jahr zusätzlich zur normalen Abschreibung abziehbar

💡 Tipp: Kombiniert mit dem Investitionsabzugsbetrag (§7g EStG) könnt ihr sogar bis zu 50 % der Investition vorab steuerlich geltend machen – bevor ihr überhaupt investiert habt!


5. Wie wirkt sich die Abschreibung auf euren Investitionskredit aus?

Viele fragen sich:
„Aber was bringt mir das, wenn ich die Investition mit Kredit finanziert habe?“

Antwort: Die Abschreibung hat nichts mit der Zahlungsart zu tun!
Auch wenn ihr den Kauf über ein Darlehen finanziert, könnt ihr die vollen Anschaffungskosten abschreiben.

Und zusätzlich:
Die Zinsen eures Investitionskredits sind ebenfalls Betriebsausgaben → steuerlich absetzbar.

💡 Doppelt sparen:
✔ Abschreibung auf die Anschaffung
✔ Zinsen als zusätzliche Kosten


6. Häufige Fehler – und wie ihr sie vermeidet

🚫 1. Falsche Nutzungsdauer wählen
→ Finanzamt prüft anhand der AfA-Tabellen → www.bundesfinanzministerium.de

🚫 2. Software-Abos statt Kauflizenzen
→ Abo = Betriebsausgabe, nicht abschreibbar
→ Kauflizenz = abschreibbar

🚫 3. Zu viele Kleinanschaffungen unter 250 € einzeln verbuchen
→ Verwaltungsaufwand unnötig hoch → besser: GWG-Regel oder Sammelposten nutzen

🚫 4. Investitionsabzugsbetrag nicht genutzt
→ Vor allem bei geplanten Investitionen kann das zu hoher Steuerlast führen


7. Fazit: Abschreibung senkt eure Steuer – auch mit Kredit finanziert

📌 Mit einer guten Abschreibungsstrategie holt ihr das Maximum aus eurer Investition heraus – und spart dabei Steuern.

✅ Das solltet ihr euch merken:
✔ Investitionen > 800 € netto → über Nutzungsdauer abschreiben
✔ GWG < 800 € → sofort absetzbar
✔ Finanzierung per Kredit? Kein Problem – Abschreibung trotzdem möglich
✔ Zinsen sind ebenfalls absetzbar
✔ Sonderabschreibungen & Investitionsabzugsbetrag clever nutzen

💡 Tipp: Sprecht mit eurem Steuerberater vor der Investition – nicht erst danach. So könnt ihr die steuerlichen Vorteile optimal einbauen.

💬 Wie handhabt ihr das Thema Abschreibung? Habt ihr schon mal den Investitionsabzugsbetrag genutzt? Schreibt’s mir in die Kommentare – ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

 

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