Was bedeutet „Bonitätsprüfung“ – und wie läuft sie ab?

Wenn ihr einen Investitionskredit beantragt, kommt ihr um einen Begriff nicht herum: die Bonitätsprüfung.

Viele wissen, dass Banken dabei „irgendwie ihre Kreditwürdigkeit prüfen“. Aber was passiert da eigentlich im Hintergrund? Was wird angeschaut, welche Unterlagen sind wichtig – und was könnt ihr im Vorfeld tun, damit euer Antrag bessere Chancen hat?

In diesem Artikel erfahrt ihr:
✅ Was eine Bonitätsprüfung genau ist,
✅ Welche Kriterien Banken dabei bewerten,
✅ Welche Fehler ihr vermeiden solltet,
✅ Und wie ihr eure Bonität aktiv verbessern könnt.


1. Was ist eine Bonitätsprüfung überhaupt?

📌 Kurz erklärt: Die Bonitätsprüfung ist die Einschätzung eurer finanziellen Zuverlässigkeit.
Oder anders gesagt: Wie wahrscheinlich ist es, dass ihr den Kredit vollständig und pünktlich zurückzahlt?

Die Bank will das Risiko minimieren, dass ihr irgendwann ausfallt – deshalb schaut sie sich genau an:

  • Wie gut ist eure wirtschaftliche Lage?
  • Wie habt ihr in der Vergangenheit mit Schulden umgegangen?
  • Und: Wie sieht eure Zukunftsplanung aus?

💡 Tipp: Je besser eure Bonität, desto günstiger der Zinssatz – und desto höher die Chance auf Bewilligung.


2. Was prüfen Banken bei der Bonität?

Die Prüfung erfolgt in zwei Bereichen:

🔍 1. Wirtschaftliche Bonität (Zahlen, Fakten, Finanzen)

✔ Umsatz- und Gewinnentwicklung
✔ Eigenkapitalquote
✔ Liquidität (Zahlungsfähigkeit)
✔ Schuldenstand & Kreditverpflichtungen
✔ BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung)
✔ Jahresabschlüsse
✔ Planungsunterlagen (z. B. Rentabilitätsvorschau)

Frage der Bank:
„Hat dieses Unternehmen die wirtschaftliche Substanz, den Kredit zurückzuzahlen?“


🔍 2. Persönliche Bonität (Zuverlässigkeit & Historie)

✔ Schufa-Auskunft (bei Einzelunternehmen oft auch privat!)
✔ Zahlungshistorie (gab es Mahnungen, Rücklastschriften?)
✔ Erfahrung der Geschäftsführung
✔ Vorherige Kredite / Bürgschaften

Frage der Bank:
„Sind die handelnden Personen zuverlässig, organisiert und verantwortungsvoll?“

💡 Tipp: Auch wenn euer Unternehmen wirtschaftlich stark ist – schlechte persönliche Zahlungsgewohnheiten können zum K.O.-Kriterium werden.


3. Was braucht ihr für die Bonitätsprüfung? (Checkliste)

Hier die Unterlagen, die Banken fast immer sehen wollen:

✅ Aktuelle BWA (max. 3 Monate alt)
✅ Letzte 2–3 Jahresabschlüsse (GuV + Bilanz)
✅ Kontoauszüge (privat & geschäftlich, bei Einzelunternehmen)
✅ Aktuelle Schufa-Selbstauskunft (bei Bedarf)
✅ Investitionsplan / Kapitalverwendungsplan
✅ Rentabilitätsvorschau (für die nächsten 1–3 Jahre)
✅ Liste bestehender Kredite & Leasingverträge
✅ Bei Start-ups: Businessplan & Liquiditätsplan

💡 Tipp: Je vollständiger und sauberer eure Unterlagen, desto schneller (und positiver) läuft die Prüfung.


4. Wie läuft die Bonitätsprüfung ab?

Der Prozess unterscheidet sich je nach Bank, aber meist läuft es so:

🧾 1. Antrag & Unterlagen einreichen

→ Ihr gebt eure Zahlen, Pläne und ggf. persönliche Daten ab.

📊 2. Interne Prüfung durch die Bank

→ Analysten bewerten eure wirtschaftliche Lage, Risikoklasse, Sicherheiten.

🔁 3. Rückfragen / Ergänzungen

→ Oft werden noch einzelne Punkte nachgefragt – bleibt erreichbar!

4. Bonitätsbewertung (Rating)

→ Die Bank vergibt eine interne Note / Risikoklasse.

💰 5. Angebot oder Ablehnung

→ Je nach Ergebnis bekommt ihr ein Kreditangebot mit Zins & Auflagen – oder eben ein Nein.


5. Wie könnt ihr eure Bonität verbessern?

Auch wenn ihr nicht alles beeinflussen könnt – vieles liegt in eurer Hand!

✅ Besserer Eindruck durch:

  • Saubere, aktuelle Unterlagen
  • Klare Investitionsplanung
  • Geordnete Buchhaltung
  • Positiver Kontoverlauf (keine Überziehungen!)

✅ Bonität stärken durch:

  • Eigenkapital aufbauen
  • Schulden abbauen
  • Gewinn steigern
  • Rücklagen bilden
  • Persönliche Verbindlichkeiten regelmäßig bedienen

💡 Tipp: Bereitet euch auf das Bankgespräch wie auf ein Bewerbungsgespräch vor – ihr „verkauft“ euer Unternehmen als verlässlichen Partner.


6. Häufige Fehler bei der Bonitätsprüfung – und wie ihr sie vermeidet

🚫 1. Veraltete oder lückenhafte Unterlagen
→ Die Bank braucht klare, nachvollziehbare Zahlen.

🚫 2. Überschätzung des Kapitalbedarfs
→ „Je mehr, desto besser“ funktioniert nicht – lieber realistisch planen.

🚫 3. Private Altlasten verschweigen (z. B. negative Schufa-Einträge)
→ Die kommen sowieso raus – offen damit umgehen und Lösungen zeigen.

🚫 4. Keine Antworten auf Rückfragen liefern
→ Verzögerungen oder Schweigen wirken unprofessionell.

🚫 5. Schwacher Businessplan bei Start-ups
→ Eine schlechte Planung = schlechter Eindruck = schlechteres Rating.


7. Fazit: Die Bonitätsprüfung entscheidet über eure Finanzierung – bereitet euch gut vor!

📌 Die Bonitätsprüfung ist kein Hexenwerk – aber sie entscheidet maßgeblich, ob euer Investitionskredit bewilligt wird und zu welchen Konditionen.

✅ Das Wichtigste zum Mitnehmen:
✔ Bereitet eure Zahlen & Unterlagen gründlich vor
✔ Achtet auf eure persönliche und geschäftliche Zahlungsmoral
✔ Holt euch ggf. Hilfe vom Steuerberater oder Förderberater
✔ Kommuniziert offen mit eurer Bank – das schafft Vertrauen

💡 Tipp: Wer seine Bonität kennt und aktiv verbessert, hat bessere Chancen – und zahlt am Ende weniger für seinen Kredit.

💬 Frage an euch: Wie lief eure letzte Bonitätsprüfung? Oder steht eine an? Habt ihr Fragen zur Vorbereitung? Schreibt’s mir in die Kommentare – ich helfe gern weiter!

 

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